Wissenschaftler der Münchener Universität stellten heraus, dass die Wirkung von Pollen sehr unterschiedlich sein kann. Ob beispielsweise Birke, Gräser oder Oliven - in Abhängigkeit vom Zeitpunkt und Ort ihrer Entstehung können die Mengen der allergieauslösenden Eiweißverbinden stark variieren. Somit kann die Polle einer gleichen Pflanzen-Art aus unterschiedlichen Regionen Europas auch unterschiedlich starke allergische Reaktionen auslösen.
Wie die Zeitschrift "Atmospheric Enviroment" (Volume 55, August 2012, Pages 496–505) veröffentlichte, wollten die Wissenschaftler im Rahmen der dreijährigen "Hialine-Studie" nähere Erkenntnisse zu den Hauptauslösern des Heuschnupfens gewinnen. Dazu stellten Forscher in 11 europäischen Ländern spezielle Untersuchungen zu den Pollen von Birken, Gräsern und Oliven an. Zwar gibt bereits die Pollenkonzentration in der Luft Auskunft darüber, wie sehr die Pollen belastend auf die betroffenen Allergiker wirken. Ob die einzelnen Pollen jedoch besonders aggressiv sind oder nicht, dazu fehlten noch nähere Erkenntnisse. In Abhängigkeit der Pflanzenreife beinhalten die Pollen einer Pflanze zum einen abweichende Allergene. Zum anderen ist auch die Menge dieser aggressiven Verbindungen sehr unterschiedlich. Besonderen Wert legten die Wissenschaftler daher auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Pollen und der Menge der ausgeschütteten Allergene. Im Ergebnis zeigte sich, dass in den meisten Fällen die Pollenzahl mit der Allergenmenge übereinstimmte.
In Abhängigkeit der Messstationen und der Tage, an denen die Messungen vorgenommen wurden, wich das allergische Potential einer Pflanzensorte jedoch stark voneinander ab. Diese großen Schwankungen gab es vor allem bei den Pollen von Gräsern. Als Beispiel: Gräserpollen in Frankreich setzten eine siebenfache Menge einzelner Allergene frei als solche in Portugal. Bei Oliven-Pflanzen führten bereits zwei Messstationen, die "nur" 400 km voneinander entfernt waren, dazu, dass sich ein sehr unterschiedliches Allergenpotential ausbildete.
Die Wissenschaftler stellten außerdem fest, dass auch das Wetter maßgeblich dazu beitragen kann, dass Gegenden, die eigentlich kein oder nur geringes Allergenpotential haben, plötzlich von "eingeflogenen" Pollen aus benachbarten Ländern überflutet waren.
Mittels der neuen Erkenntnisse könnte den Allergikern zukünftig geholfen werden, indem die Auswertungen zur Pollenkonzentration, zum Pollenflug und den Wetterdaten kombiniert werden, um daraus noch aussagekräftigere Allergenvorhersagen liefern zu können.
